Geschichte des Vereinszweigs
Auf Anregung des Stuttgarter Geologen und Paläontologen Eberhard Fraas konstituierte sich 1913 der Unterländer Vereinszweig in Heilbronn. Fraas hatte gleichzeitig die Gründung eines Unterländer Naturkundemuseums (heute Teil der Museen der Stadt Heilbronn) initiiert. Nach dem Zweiten Weltkrieg dauerte es allerdings bis zum Jahr 1963, um den Unterländer Vereinszweig wieder zu reaktivieren. Damals gelang dies Oberforstrat Dr. Otto Linck (Güglingen). Von 1989 bis 2000 war Dr. Hans Hagdorn (Muschelkalk-Museum Ingelfingen), bis 2015 Dr. W. Hansch (Experimenta Heilbronn) und bis 2023 Dr. Hellmar Weber Vorsitzender. Die Tagungen finden an wechselnden Ort statt.
Leiter
N. N.
Veranstaltungen
Tagung des Vereinszweiges Unterland (Franken) am Samstag, 22. März 2025, 14 Uhr
im Muschelkalkmuseum Hagdorn Ingelfingen
74653 Ingelfingen, Schloss-Straße 3,
mit anschließender Exkursion bei Ingelfingen
Dr. h.c. Hans Hagdorn, Muschelkalkmuseum Ingelfingen:
Museumsführung mit Exkursion
Das von der Stadt Ingelfingen getragene Muschelkalkmuseum verfügt über eine umfangreiche, wissenschaftlich angelegte und dokumentierte Spezialsammlung von Fossilien und Gesteinen aus der Triaszeit, eine öffentliche Ausstellung auf ca. 600 m2 mit einem didaktischen Konzept und museumspädagogischen Veranstaltungen, und veröffentlicht Forschungsarbeiten aus den Spezialgebieten des Museumsleiters. Eigentümer des Fossilmaterials ist die Friedrich von Alberti-Stiftung der Hohenloher Muschelkalkwerke. Sammlungsschwerpunkte sind triaszeitliche Stachelhäuter und Wirbeltiere aus Muschelkalk und Unterkeuper. Nicht öffentlich zugänglich sind die wissenschaftliche Sammlung mit ca. 600 Schubladen und die Bibliothek.
Rötton-Formation und Tiefbohrung beim Ingelfinger Friedhof
Der Aufschluss ist in mehrfacher Hinsicht bemerkenswert. Der Kocher hat sich hier am Südrand des Fränkischen Schilds bis in die Rötton-Formation des Oberen Buntsandsteins eingetieft. Die lokale Morphologie des Kochertals lässt sich aus dem Zusammenspiel von Gestein und Tektonik erklären.
Der oberflächennahe Buntsandstein machte Ingelfingen im 19. Jahrhundert zum Standort für eine Tiefbohrung bei der Suche nach Kohle. Vertiefte Kenntnis der Geologie und verbesserte technische Möglichkeiten erlaubten es, gezielt in größere Tiefen vorzudringen. So bohrte man ab den 1830er Jahren an kohlehöffigen Stellen, von 1857 bis 1863 in Ingelfingen bis in die Endteufe von 815,67 m bis ins Grundgebirge. Die Hoffnung auf Kohle war fehlgeschlagen, doch fand man eine hochkonzentrierte Sole und konnte den Nachweis erbringen, dass das Zechsteinmeer von Norden her bis ins nördliche Württemberg reichte.
Grenze Unterer – Mittlerer Muschelkalk an der Steige zum Criesbacher Sattel (optional)
In der Spitzkehre der Straße zum Criesbacher Sattel ist in der Böschung die markante Grenze zwischen dem Unteren und dem Mittleren Muschelkalk mit der Geislingen-Bank aufgeschlossen. Erläutert wird der Fazieswechsel von der karbonatischen Jena-Formation zur zunehmend evaporitischen Karlstadt-Formation.
Ablauf
Es wird empfohlen, die Parkplätze beim Ingelfinger Friedhof am Ortsausgang Richtung Criesbach zu benutzen (ca. 500 m bis zum Muschelkalkmuseum). Nach der Museumsbesichtigung zurück zum Parkplatz und direkt gegenüber Befahrung des Rötton-Aufschlusses. Gegebenenfalls anschließend Fahrt zum Aufschluss an der Steige zum Criesbacher Sattel.
Mitglieder der Gesellschaft für Naturkunde in Württemberg und Gäste sind herzlich eingeladen.
Eine Anmeldung per E-Mail an Herrn Weber (hewiweber@t-online.de) ist hilfreich für die Planung, aber nicht zwingend notwendig.
Markus Roth, Schwäbisch Hall