Unsere Vorträge

Ort: Vortragssaal des Naturkundemuseums am Löwentor (Nordbahnhofstraße, nahe S-Bahn-Haltestelle und Stadtbahnhaltestelle – Linie U12 Nordbahnhof). Beginn: 19:15 Uhr. Eintritt frei. Gäste sind willkommen.

Winterhalbjahr 2019/20
Do 10. Okt. 2019  

Mitgliederversammlung und Walter-Schall-Preis-Verleihung mit Vorträgen

Beginn um 18:00 Uhr!

Do 14. Nov. 2019

Prof. Dr. Theo Simon

ehemals Landesamt für Geologie, Rohstoffe und Bergbau Baden-Württemberg und Institut für Planetologie der Universität Stuttgart

Muschelkalkkarst in Nordwürttemberg

Die intensive Muschelkalk-Karstforschung setzte vor ca. 50 Jahren ein. Heute besteht eine stimmige Vorstellung über den Muschelkalkkarst. Besonders die Gesteine des Mittleren Muschelkalks und die vertikalen Unterschiede in der Gesteinsdurchlässigkeit im Unteren und Oberen Muschelkalk hatten und haben einen großen Einfluss auf die Verkarstungserscheinungen wie unterirdische Fließwege, Höhlen und Erdfälle.

Ein weiterer wesentlicher Gesichtspunkt ist die Entwicklung des Karstes in der geologischen Vergangenheit. Sie ist sehr eng mit der Landschaftsgeschichte verknüpft. Diese ermöglicht unterschiedliche Stadien der Karstentwicklung aufzuzeigen.

Do 12. Dez. 2019

Dr. Stefan Kielbassa

Projektleiter Großprojekt Schnellbahnstrecke Stuttgart-Ulm, Stuttgart

Neubaustrecke Wendlingen—Ulm:
Verkarsteter Kalkstein als Baugrund für den Hochgeschwindigkeitsfahrweg auf der Schwäbischen Alb und im Albabstiegstunnel

Der Hochgeschwindigkeitsfahrweg für die neue Eisenbahnstrecke stellt besonders strenge Anforderungen an den Baugrund hinsichtlich des Setzungsverhaltens. Die verschiedenen Erscheinungsformen der Verkarstung erfordern angepasste Sanierungsmaßnahmen, um eine gleichbleibende Standsicherheit und Gebrauchstauglichkeit für Bauwerke und Gleise sicherzustellen. Dies betrifft sowohl Hohlraumszenarien unter Bauwerksgründungen und im Lastausbreitungsbereich der Eisenbahn als auch Spätformen der Verkarstung wie Dolinen und Lockergesteinsablagerungen. Der Vortrag zeigt die Vorgehensweise der Karsterkundung in der Planungs- und Bauausführungsphase des Projektes sowie für ausgesuchte Bauwerke Erkundungsergebnisse, Sanierungskonzepte und Auswirkungen auf den Bauablauf.
Do 23. Jan. 2020

David Gerstmeier

„Volksbegehren Artenschutz – „Rettet die Bienen“ in Baden-Württemberg, proBiene – Freies Institut für Ökologische Bienenhaltung GmbH Stuttgart

Gerhard Bronner

Vorsitzender Landesnaturschutzverband, Stuttgart

Von Bauern und Bienen - Wie bewahren wir die Artenvielfalt?
oder:
Volksbegehren "Rettet die Bienen" - ein Versuch Gesellschaft und Politik in die Gänge zu bringen

Das Volksbegehren Artenschutz ist eine Initiative von proBiene - Freies Institut für ökologische Bienenhaltung und wird von einem breiten Trägerkreis aus Landwirtschaft und Naturschutz getragen. David Gerstmeier, Mitinitiator des Volksbegehrens, wird darüber sprechen, warum wir jetzt unbedingt mehr für den Artenschutz tun müssen, und wie das Volksbegehren dazu beiträgt die kleinbäuerliche Landwirtschaft in Baden-Württemberg zu stärken.

Gerhard Bronner wird die zwiespältige Haltung des Landesnaturschutzverbands zum Volksbegehren "Rettet die Bienen" erläutern. Er hält die Formulierungen für problematisch, weil sie eine Front zu den Landwirten aufbauen. Warum er sich trotzdem über die Initiative freut und hofft, dass es zu einem Volksentscheid kommt, wird begründet. Darüber hinaus geht Gerhard Bronner darauf ein, was sich außer der Pestizidreduktion noch ändern muss, um die Artenvielfalt zu erhalten.

Do 20. Feb. 2020

Isabel Koch

Diplom Biologin, Wilhelma, Zoologisch-Botanischer Garten Stuttgart

Korallenriffe in der Natur und im Aquarium

Ein Korallenriff im Ozean entwickelt sich und funktioniert normalerweise mit all seiner Vielfalt ohne unser Zutun (oder vielleicht an manchen Stellen mittlerweile trotz menschlicher Einflüsse). Was aber, wenn ein Riff zerstört ist und ein neues künstlich entstehen soll? Oder wenn der Lebensraum Korallenriff im Aquarium nachgebaut werden soll? Klappt das? Und wenn ja, wie? Der Vortrag soll einen kleinen Einblick in diese Thematik geben.

Abgesagt!

 

 

Do 12. März 2020

Dr. Bernd-Jürgen Seitz

Regierungspräsidium Freiburg

Georges Cuvier, Württemberg und Katastrophen - Zum 250. Geburtstag von Georges Cuvier

Georges Cuvier, der vor allem durch seine Katastrophentheorie bekannt ist, kam vor 250 Jahren im damals württembergischen Mömpelgard (heute Montbéliard, Franche-Comté) zur Welt. Bereits im Alter von 14 Jahren besuchte er vier Jahre lang die Hohe Karlsschule in Stuttgart; danach ging er als Hauslehrer in die Normandie. 1795 begann seine wissenschaftliche Karriere in Paris, wo er zum Leiter des Naturhistorischen Museums aufstieg und mehrere Werke, vor allem zur Paläontologie und vergleichenden Anatomie der Säugetiere, veröffentlichte. Auf das breiteste Interesse stieß die Einleitung zu einem mehrbändigen Werk, in dem er seine Katastrophentheorie begründet. Nachdem diese lange Zeit belächelt wurde, ist sie angesichts der globalen Katastrophen in der Erdgeschichte heute wieder aktuell.