Veranstaltungen des Vereinszweigs Unterland (Franken)

Jahrestagung des Unterländer Vereinszweigs         
der Gesellschaft für Naturkunde in Württemberg,         
in Zusammenarbeit mit dem Stadtmuseum Crailsheim         

Termin: Samstag, 16. Mai 2020

Ort: 74564 Crailsheim, Stadtmuseum im Spital, Spitalstraße 2

Programm:

14:00 Uhr: Begrüßung: Dr. Hellmar Weber, Prof. Dr. Theo Simon                           

14:15 Uhr: Dr. Dieter Seegis (Staatliches Museum für Naturkunde Stuttgart):
Feuersteine in Schwäbisch-Fränkischem Wald und Hohenloher Ebene – Herkunft, Entstehung, Gesteinsstrukturen und Verbreitung

15:30 Uhr: Karl Wiedmann (Crailsheim): Exotische Kieselhärtlinge - Ackerlesefunde von Hohenlohes  Feuersteinfluren

——————————————————————————————————————————

Dr. Dieter Seegis (Staatliches Museum für Naturkunde Stuttgart):

Feuersteine in Schwäbisch-Fränkischem Wald und Hohenloher Ebene
– Herkunft, Entstehung, Gesteinsstrukturen und Verbreitung

Im Keupergebiet des Schwäbisch-Fränkischen Waldes wie auch auf den Muschelkalk-Unterkeuper- Flächen der Hohenloher Ebene finden sich oft farbige Feuersteine in großer Anzahl und mit ungewöhnlichen Strukturen, jedoch meist lose und nicht mehr im Ursprungsgestein anstehend. Ihr Ursprung und die Genese der in ihnen erkennbaren Strukturen waren deshalb lange Zeit nicht abschließend geklärt. Der Vortrag beleuchtet neben den Vorkommen der Feuersteine deren primäre Herkunft, die Entstehungsmechanismen, die in ihnen enthaltenen Strukturen und erläutert schließlich die komplexen Gründe für ihre heutige Verbreitung.

Karl Wiedmann (Crailsheim):

Exotische Kieselhärtlinge - Ackerlesefunde von Hohenlohes  Feuersteinfluren

Karl Wiedmann sammelt seit über fünfzig Jahren Feuersteine auf den heimischen Feuersteinfluren. Inzwischen finden sich in seiner Sammlung neben den zu erwartenden Hohenloher Feuersteinen aus verkieselten Knollenmergel-Kalken auch eine größere Anzahl wissenschaftlich bislang ungeklärter sogenannter „Exoten“.

Auf dem Lettenkeuper-Horizont zwischen dem Schrozberger Schild und der Crailsheimer Bucht findet sich in den Ackerfluren ein Sammelsurium extrem harter Quarzgerölle. Dieses Konzentrat setzt sich aus all jenen Härtlingen aus der ehemals vorhandenen 1000-Meter –Sedimentfolge zusammen, welche die Erosion ab dem Ende der Jurazeit vor 130 Millionen Jahren und den weiten Flusstransport überleben konnten.

So fanden sich wohl u.a. verkieselte Stromatolithen aus Cyanobakterien-Lagen mit Radiolarien auch in Form von Onkoiden sowie Kieselschwämme aus dem Jurakalken und eventuell auch Silur-Lydite aus dem Frankenwald.

Auf der Tagung wird er einige Exponate präsentieren und zur Diskussion stellen.