Veranstaltungen des Vereinszweigs Unterland (Franken)

Jahrestagung des Unterländer Vereinszweigs der Gesellschaft für Naturkunde in Württemberg,
in Zusammenarbeit mit dem Muschelkalkmuseum Ingelfingen

Termin: Samstag, 3. März 2018

Ort: 74653 Ingelfingen, Schlossstraße 8, Christian-Bürkert-Saal im „Schwarzen Hof“
        (Kulturzentrum gegenüber dem Muschelkalkmuseum)

Programm:

14:00 Uhr: Begrüßung: Dr. Hellmar Weber, Leiter des Unterländer Vereinszweigs
        Prof. Dr. Theo Simon, Vorsitzender der Gesellschaft für Naturkunde in Württemberg

14:15 Uhr: Prof. Dr. Ulrich Kull (Stuttgart): Massenaussterben in der Erdgeschichte und ihre Bedeutung
        für die Evolution

15:30 Uhr: Dr. h. c. Hans Hagdorn (Ingelfingen): Wie sich die Stachelhäuter nach der Krise am
        Ende des Perms wieder erholten und differenzierten

Anschließend besteht noch die Gelegenheit, das Muschelkalkmuseum zu besichtigen.

Die Vorträge und der Eintritt ins Muschelkalkmuseums im Nachklang der Vorträge sind frei. Eine Anmeldung per E-Mail an hellmar.k.weber@t-online.de oder unter Tel. 0791-94648981 erleichtert den Veranstaltern die Organisation.

Freie Parkplätze gibt es hinter der Kirche, gebührenpflichtige im Parkhaus Innere Kelter im Museumsgebäude.

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Massenaussterben in der Erdgeschichte und ihre Bedeutung für die Evolution

Prof. Dr. Urich Kull (Stuttgart)

Massenaussterben sind Folge besonderer Ereignisse in geologisch sehr kurzen Zeitspannen und dadurch von "normalen" Aussterbevorgängen zu unterscheiden. Sechs auffällige Massenaussterben mit unterschiedlichen, aber stets gravierenden Auswirkungen auf die Evolution der Lebewesen hat es in den letzten 550 Millionen Jahren der Erdgeschichte gegeben. Ursachen und Effekte werden dargestellt.

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Wie sich die Stachelhäuter nach der Krise am Ende des Perms wieder erholten und differenzierten

Dr. h. c. Hans Hagdorn (Ingelfingen)

Der Tierstamm der Stachelhäuter oder Echinodermen umfasst heute fünf Klassen, nämlich die Seesterne und Schlangensterne, die Seeigel, die Seegurken und die Seelilien. Im Erdaltertum gab es weitere Klassen, die aber das große Sterben am Ende des Perm nicht überlebten. Nachdem aus frühtriassischen Gesteinen weltweit nur wenige bestimmbare Echinodermen vorliegen, nimmt in der Mitteltrias ihre Evolution richtig Fahrt auf. Das heißt, die Stachelhäuter passten sich an neue ökologische Nischen an und bildeten neue Formen aus. Dieser Radiationsprozess verlief bei den fünf Klassen durchaus unterschiedlich. Mit am besten dokumentiert ist die Erholungsphase zur Zeit des Anisiums im Muschelkalk – obwohl das Muschelkalkmeer nur ein Randmeer des Tethys-Ozeans war. In jüngster Zeit glückten spektakuläre Funde, die neues Licht auf die Stammesge-schichte dieser Tiere werfen. In dem Powerpoint-Vortrag werden vor allem Echinodermen aus dem europäischen Muschelkalk gezeigt, aber auch Funde aus der Frühen Trias anderer Kontinente.