Veranstaltungen des Vereinszweigs Schwarzwald

Thomas-Tagung des Schwarzwälder Vereinszweiges

am Sonntag, 27.11.2016, 14.00 Uhr,

im Institut für Geowissenschaften der Universität Tübingen,

Hölderlinstr. 12,  72074 Tübingen

 

Die Vorträge finden im Hörsaal des Geologischen Institutes statt (Raum 320).

 

Dipl.-Biologin Renate Riedinger, Tübingen:

„Die Schönheit bunter Blumenwiesen  … und die damit verbundene Verantwortung aus natur-schutzfachlicher Sicht“

Wer kennt sie nicht, die im Mai und Juni bunt blühenden Heuwiesen in Baden-Württemberg? Für die einen sind sie pure Augenweide bei einem Spaziergang, für die anderen gehören sie zum wirtschaft-lichen Teil ihrer Arbeit. Diese sogenannten „Mageren Flachland-Mähwiesen“ sind aus naturschutz-fachlicher Sicht im Hinblick auf ihre Erhaltung so wertvoll, dass sie in der FFH-Richtlinie der EU Eingang finden. Im Vortrag werden die verschiedenen Ausprägungen dieser Wiesen vorgestellt, und es wird auf die Verantwortungen und Regularien im Umgang mit diesem Schutzgut eingegangen.

Prof. Dr. Georg Braungart, Tübingen:

„Ammoniten, Terebrateln und Pentakrinen – Eduard Mörikes geologische Passion im kulturgeschichtlichen Kontext“

Eduard Mörike (1804 - 1875) strebte nach der frühen Aufgabe des Pfarrerberufs an, einen Posten am Königlichen Naturalienkabinett in Stuttgart zu bekommen. Das misslang. Er betätigte sich jedoch eifrig als Hobby-Geologe, beispielsweise im Steinbruch bei Schwäbisch Hall, und als Zeichner von Versteinerungen aller Art. Mit dem Tübinger Geologie-Professor Friedrich A. Quenstedt (1809 - 1889) tauschte er sich wissenschaftlich aus. Er sah die Geologie auch im Zusammenhang der Theologie, denn der Konflikt zwischen Genesis und Geologie, welche als noch junge Wissenschaft die Schöp-fungsgeschichte - lange vor Darwin - etwas anders erzählte, schwelte zu Mörikes Zeiten immer noch. Zwei seiner komplexesten Gedichte handeln von dieser Konstellation, die in diesem Vortrag auch in einen größeren ideen- und kulturgeschichtlichen Kontext gestellt werden soll.

Kurze Kaffeepause

Dipl.-Paläontologe Dr. Michael Rasser, Stuttgart:

„Das Randecker Maar – Rekonstruktion eines miozänen Lebensraums“

Vor 15 - 17 Mio. Jahren erzeugte eine magmatische Explosion auf der Schwäbischen Alb einen Maar-see, der rasch von einer vielfältigen Flora und Fauna besiedelt wurde. Bisher sind mehr als 363 Taxa aus dem Maar und seiner unmittelbaren Umgebung bekannt. Die Fossilien sind teils außergewöhnlich gut erhalten, was das Randecker Maar zu einem wertvollen Fenster in die erdgeschichtliche Vergangenheit macht. Um diesen besonderen Lebensraum zu rekonstruieren, werden wiederholt Forschungsgra-bungen durchgeführt. Sedimente und Fossilien erlauben dabei interessante neue Einsichten, die in die-sem Vortrag präsentiert werden.

Herzliche Einladung!

Dipl.-Geol. Matthias Flegr, Tübingen